Unser Labor

Wir verwenden für die Analyse der Proben die international anerkannte und in der S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis-2015 (www.urologenportal.de) empfohlene Methode der Infrarotspektroskopie. Bei Anwendung der Infrarotspektroskopie wird die Wechselwirkung elektromagnetischer (infraroter) Strahlung mit den Molekülen einer chemischen Verbindung  untersucht. Durch die infrarote Strahlung werden die Atome in den Molekülen zu bestimmten Schwingungen angeregt. Diese Bewegungen in der Molekülstruktur einer Substanz führen zu  einer Schwächung der eingestrahlten Energie in verschiedenen Wellenlängenbereichen. In Abhängigkeit vom Wellenlängenbereich kommt es für jede chemische Substanz zu einem charakteristischen Spektrum. Daher bezeichnet man das Infrarotspektrum auch als Fingerabdruck einer Substanz (Beispiel s. Abb.). Die Hauptanwendungsgebiete liegen im Bereich der chemischen Forschung und Industrie zur Identitäts- und Reinheitsprüfung chemischer Verbindungen. Sehr bald wurde diese Methode aber auch zur Analyse von Harnsteinen eingesetzt (Literatur s. Fußnote 1).

Die Messgeräte (Infrarotspectrometer) wurden ständig weiter entwickelt. Aus schreibtischgroßen Messplätzen wurden hochleistungsfähige kleine Tischgeräte.

Ein IR-Spektrum entspricht dem Fingerabdruck einer Substanz

Die qualitative und semiquantitative Auswertung der Analysen erfolgt mittels einer selbst erstellten digitalen Referenzbibliothek sowie dem »Infrarotspektren-Atlas zur Harnsteinanalyse«². Alle Analysen werden von unseren hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell kontrolliert und befundet.

Qualitätskontrolle

  • Unser Labor ist von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert
  • Durch Teilnahmen (2x jährlich) an den Ringversuchen des Referenzinstituts für Bioanalytik der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin erfolgt eine weitere regelmäßige externe  Qualitätskontrolle. ³
LITERATUR
  1. Beischer D (1955), Analysis of renal calculi by infrared spectroscopy. J Urol 73: 653-659; Arnold W, Seemann M (1968), Vergleichende infrarotspektroskopische und pathomorphologische Untersuchungen zur Urolithiasis. Dtsch med Wschr 93:1791-1795; Hesse A, Schneider HJ, Hienzsch E (1972), Die infrarotspektroskopische Harnsteinanalyse. Dtsch med Wschr 97:1694-1701
  2. Hesse A, Sanders G (1988), Infrarotspektrenatlas zur Harnsteinanalyse/Atlas of Infrared Spectra for the Analysis of Urinary Calculi. Georg Thieme, Stuttgart-New York
  3. Hesse A, Kruse R, Geilenkeuser WJ, Schmidt M (2005), Quality control in urinary stone analysis: result of 44 ring trials (1980-2001). Klin Chem Lab Med 43:298-303.